Biografiearbeit mit Pflegefamilien
Bericht: Fachseminarabend „Biografiearbeit mit Pflegefamilien“
Veranstalter: Pfeil – Harburg e.V.
Datum: 21.01.2026
Teilnehmer: 16 Personen
Referenten: Frau Gallei und Herr Lorenz vom Pflegekinderdienst des Landkreises
- Thematischer Fokus
Der Fachseminarabend widmete sich intensiv der Biografiearbeit im Kontext von Pflegefamilien. Ein zentraler Leitsatz des Abends war, dass Klarheit Sicherheit erzeugt. Dabei wurde betont, dass Biografiearbeit nicht nur den Rückblick umfasst, sondern zwingend auch die Gegenwart und Zukunft berücksichtigen muss.
Ein wesentlicher Aspekt ist die Beantwortung existenzieller Fragen des Kindes, wie etwa: „Wer sind meine Eltern?“. Hierbei wurde verdeutlicht, dass auch fehlende oder unbekannte Elternteile in der Aufarbeitung „ausgefüllt“ bzw. thematisiert werden sollten.
- Methodik und Ziele
Um inneres Chaos zu vermeiden und Ordnung in die Lebensgeschichte zu bringen, wurden verschiedene praxisnahe Methoden vorgestellt:
* Steckbrief des Kindes
* Genogramm (zur Visualisierung von Familienstrukturen)
* Ankomm Koffer
* Haus des Lebens
Ziel dieser Methoden ist es vor allem, Nicht-Ausgesprochenes auf den Tisch zu bringen und durch eine bildliche Darstellung greifbar zu machen.
- Rolle des Jugendamtes und zeitlicher Rahmen
Das Jugendamt bietet für diesen Prozess eine begleitende Unterstützung an. Ein wichtiger Hinweis der Dozenten war zudem, dass die Biografiearbeit zeitlich weit vorne ansetzen muss: Auch die Zeit vor der Übernahme des Kindes durch die Pflegefamilie sollte unbedingt in die Betrachtung einbezogen werden.
In einer sehr guten Atmosphäre nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich intensiv mit diesem zentralen Aspekt des Pflegefamilienlebens auseinanderzusetzen.
Biografiearbeit als Kern des Abends
Die Veranstaltung verdeutlichte, wie wichtig die Aufarbeitung und Begleitung der eigenen Geschichte für Pflegekinder ist. Durch die Mischung aus fachlichen Impulsen und persönlichen Berichten der Teilnehmer wurde das Thema praxisnah und fundiert beleuchtet. Dieser Austausch machte den Abend für die Anwesenden besonders wertvoll.
Rahmenbedingungen und Vielfalt
Begleitend zum Hauptthema zeigte bereits die Vorstellungsrunde, wie vielfältig die Familienstrukturen innerhalb unserer Gemeinschaft sind. Diese Vielfalt bildete den passenden Rahmen für die Diskussionen. Da die Erwartungen der Teilnehmer größtenteils erfüllt wurden, aber auch weiterführende Fragestellungen aufkamen, hat der Pfeil e.V. bereits beschlossen, bestimmte Themenkomplexe in zukünftigen Terminen gesondert zu vertiefen.
Enge Kooperation mit dem Jugendamt
Der Abend unterstrich zudem die verlässliche Partnerschaft in der Begleitung der Familien: Es wurde deutlich, dass der Pfeil e.V. und das Jugendamt Schulter an Schulter zusammenarbeiten, um eine fachlich fundierte Unterstützung zu gewährleisten.










